LEBEN, ERLEBEN UND LERNEN

UNSERE GESCHICHTE

 

DIE ENTSTEHUNG EINES BESONDEREN ORTES

 Ursprünglich geht Haus Arild auf eine Einrichtung für im Krieg traumatisierte oder verwaiste Kinder in Hamburg zurück. 1942 nahmen die beiden Sozialarbeiterinnen Frida Lefringhausen und Elfriede Wessel in einem Haus in Bergedorf die ersten Kleinkinder auf und konnten die Krankenschwester Helene Weihe für die Mitarbeit im anthroposophisch geprägten Haus gewinnen. Die Kindergruppe vergrößerte sich kontinuierlich und 1943 kam mit der Eurythmistin Olga Samyslowa eine weitere Kollegin hinzu. Die finanzielle Situation der Einrichtung war wie überall damals sehr schwierig und erforderte Erfindungsreichtum und wirtschaftliches Geschick der Mitarbeiterinnen. Neben dem Gehalt der noch staatlich angestellten Elfriede Wessel trugen vor allem großzügige Spenden der örtlichen Gemüsebauern zum Überleben bei.

Der Acker wurde mit dem Pferd bestellt

DIE HERKUNFT DES NAMENS

Noch in den Kriegsjahren besuchte Frida Lefringhausen auf einer Reise nach Südschweden den Fischerort Arild. Dort erzählte man sich die Geschichte, dass einst im Winter eine Gruppe pilgernder Waisenkinder, die ein Quartier bis zum Frühling suchten, mit dem Zug nach Arild kam. Die Bewohner des kleinen Dorfes nahmen die Kinder in ihren Häusern auf und konnten miterlebten, wie die Waisenkinder auf eine ganz besondere Art verbunden waren. Sie verständigten sich immer untereinander, halfen sich gegenseitig und bildeten eine starke Gemeinschaft. Nach dem Winter zogen sie dann zusammen weiter. Beeindruckt von dieser Erzählung gab Frida Lefringhausen später der von ihr gegründeten Einrichtung den Namen Haus Arild.


DER UMZUG NACH BLIESTORF

Nach Kriegsende kamen einige Kinder zurück in ihre Familien, andere blieben in Haus Arild, viele von ihnen unterernährt und in ihrer Entwicklung verzögert. Vorrangiges Ziel der Betreuerinnen war es nun, den Kindern dabei zu helfen, ihre Ängste zu überwinden, Vertrauen zu entwickeln und wieder neuen Lebensmut zu fassen. Personell gab es mehrfache Wechsel, Frida Lefringhausen und Elfriede Wessel blieben die beiden treibenden Kräfte. Nachdem einige Kinder das Schulalter erreicht hatten, wurde nach einem neuen Standort in der Nähe einer Schule gesucht. 1949 erfuhr Frida Lefringhausen zufällig aus der Zeitung, dass in Bliestorf das „Alte Forsthaus“ zu verkaufen war. Mit viel Willenskraft und Energie gelang ihr dann tatsächlich der Kauf und der Umzug nach Bliestorf, dem heutigen Standort.

Weihnachtsspiele in Haus Arild um 1950

 

DIE ENTWICKLUNG BIS HEUTE

In Bliestorf übernahm Frida Lefringhausen die Führung der Einrichtung, Elfriede Wessels kümmerte sich um die Verwaltung und die Kommunikation mit den kostentragenden Jugendämtern. Viele Kinder wurden damals allerdings noch auf private Kosten ihrer Familien betreut. In den folgenden Jahrzehnten stieg kontinuierlich die Zahl der Kinder, der MitarbeiterInnen und der neu errichteten bzw. an- oder umgebauten Räumlichkeiten. So wurden ausreichend Platz und eine optimale Versorgung in allen Bereichen gesichert. Auch die Park- und Gartenanlagen sowie die umgebende Infrastruktur veränderten sich. Da die kleine Bliestorfer Schule den Bedürfnissen der Schüler aus Haus Arild nicht gerecht wurde, begann man schließlich mit „privatem“ Unterricht auf dem Gelände, aus dem sich die heutige Förderschule entwickelte.

 

Das Grundstück und fast alle Gebäude von Haus Arild sind von der Turmalin-Stiftung gemietet, das Haus „Imatra“ gehört dem Verein für soziale Lebensgestaltung durch Kunst- und Kulturschaffen e.V. Träger unserer Einrichtung ist der Verein zur Förderung heilender und menschenbildender Erziehung e.V., Bliestorf. Wenn Sie sich für die Entstehung, Nutzung und Namensgebung der einzelnen Gebäude auf dem Gelände von Haus Arild interessieren, finden Sie hier die detaillierte Broschüre von Rüdiger Messerschmidt zu diesem Thema.