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Lochkamera: Fotoausstellung und Vernissage Elementar (Wesen) Mensch - Natur

Es sind eigentümliche Fotos, denen ein ganz besonderer Zauber innewohnt: Die Lochkamera kommt ohne Linse aus, das Licht und die Farben erreichen über ein kleines Loch den Film. Der Fotograf weiß nur ungefähr, was er fotografiert, denn den Sucher "kann man vergessen". Das Ergebnis ist dann auch für den Fotografen immer wieder überraschend. Aber diese technische Seite ist im Grunde nur eine Randerscheinung.

Rund 30 Bilder stellt Ramona Rehn, Geschäftsführerin der Turmalin-Stifung, derzeit im Haupthaus von Haus Arild und im Foyer von Haus Lugh aus. Am 16.06. fand die Vernissage dieser Ausstellung statt. Im Rahmen der Aktion "Kultursommer am Kanal" und im Rahmen des 70jährigen Jubiläums von Haus Arild sind diese Bilder noch bis zum 05. Juli zu sehen.

Nach einem Grußwort von Janosch Domke (Werklehrer in Haus Arild und Mitarbeiter im Arbeitskreis Öffentlichkeit) lud die Fotografin Ramona Rehn die rund 30 Gäste zu einem Rundgang zu den  verschiedenen Fotografien ein. Im Anschluss stellte Professor Dr. Wolf-Ulrich Klünker (Professor an der Alanus-Hochschule, Vorstand der Turmalin-Stiftung) die Verhältnisse zwischen einem Objekt und dem Betrachter dar. Ein Problem im Zeitalter zunehmender Digitalisierung sei die Distanz zwischen dem Betrachter und dem zu betrachtendem "Objekt", Man nehme einen Gegenstand als etwas Außenstehendes wahr, man selbst sei ausschließlich der Betrachter, der dem Objekt gegenüberstehe. Besonders deutlich werde dies am Beispiel der (digitalen) Fotografie, wo es immer darum gehe, eine Ablichtung des Objekts herzustellen, während man selbst sich abseits des Objekts befinde. Aufgabe unserer Zeit sei es, mit seinem Seelisch-Geistigen in das zu Betrachtende "hineinzugehen" und es in dieser wahrnehmenden Tätigkeit zu spiegeln.

Bei der Lochkamera gebe es keine "trennende" Linse; die Luft und damit auch das Licht und die Farbe würden zwar durch das winzige Loch focussiert werden, bildeteten dennoch dies- und jenseits des Lochs denselben Luftraum.

Im Anschluss an Dr. Klünkers Einführung hatten die Besucher noch die Möglichkeit, mit Ramona Rehn und Prof. Dr. Klünker ins Gespräch zu kommen, bevor der Abend dann mit einem Glas Wein oder Limonade und einem Imbiss ausklang.


Offener Garten mit viel Kunst und Kultur

Am 16. Juni hatten wir zum achten Mal unseren Garten geöffnet.

Da es unser Jubiläumsjahr war, haben wir ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten:

Natürlich durften Kaffee und Kuchen nicht fehlen (dieses Mal umsonst, gegen eine freiwillige Spende), es gab viele Aktivitäten für Kinder, Bratwurst wurde gegrillt, das Backhaus war geöffnet und wer wollte, durfte Bogenschießen. Es gab zudem einen Trommelworkshop und ein Puppenspiel.

Besondere Highlights waren die musikalischen und künstlerischen Beiträge:

Eröffnet wurde der Garten mit Klavier und Geige (Philipp Richter und Jefferson da Silva), es folgte Klaviermusik im Garten (Daniel Fritzen), um 14:00 Uhr gab es unter der Anleitung von Sabine Kubasch ein "Circle-Singen" mit allen, die dazu Lust hatten und um 15:00 Uhr hat der Oberstufenchor von Haus Arild für die Gäste gesungen. Im Anschluss bot Petra Richter einen Eurythmie-Workshop an (denn Eurythmie ist mehr als nur "Namen tanzen") und zun Abschluss sang ein Lübecker Chor unter der Leitung von Ute Rudloff wunderbar gesetzte Lieder, die zum Teil zum Mitsingen einluden.

Beim offenen Garten lässt sich immer schwer schätzen, wie viele Leute zu Besuch kommen. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen - und es "verläuft" sich auf dem großen Gelände. Wir hatten aber den Eindruck, dass es in diesem Jahr sehr viele Menschen waren, die den Weg zu uns fanden.

Vielen Dank an alle Besucher und an alle "Akteure" für diesen gelungenen Nachmittag!

 


Uraufführung der Arild-Suite

Jedes Haus in der Einrichtung Haus Arild hat einen Namen. "Arild" selbst ist ein Fischerstädtchen an der Westküste Schwedens. Die anderen Häuser sind überwiegend nach Orten und Plätzen in Schottland oder nach Personen und Orten der keltisch-irischen Mythologie benannt.

Dem Musiker Martin Tobiasson kam die Idee, diesen Häusernamen ein klangliches Kleid zu geben. Und so entstand die Arild-Suite, eine Komposition aus 12 wunderschöne Melodien. Seit 2017 studierten Tobiasson und Joachim Lentz (Musiklehrer in Haus Arild) diese von Tobiasson geschriebene Komposition ein. Neben Schülern und Mitarbeiter/innen von Haus Arild beteiligten sich auch Schüler/innen aus Bochum und Witten an der Musik. Schüler aus Südkorea, die im letzten Jahr noch dabei waren, konnten 2019 leider nicht kommen.

Dafür bekam die Gruppe Unterstützung von einigen Ehemaligen und Schülern von Hof Althing (Aasbüttel, Kreis Steinburg).

Die Arild Suite wurde am 01. Juni um 16 Uhr vor einem überfüllten Saal uraufgeführt. Zum Einsatz kamen Leiern, Flöten, Trommeln, Geigen und viel Gesang. Das Publikum durfte tatkräftig unterstützen und dankte sich nach einer guten Stunde Hörgenuss mit Ovationen.

Vielen Dank für diese Leistung!


Unsere Eröffnungsfeier

Am 24. Mai fand die Eröffnungsfeier anlässlich unseres 70jährigen Bestehens statt.

Zahlreiche Gäste hatten den Weg in den Saal gefunden; darunter Eltern und Vormünder, Freunde der Einrichtung, politische Vertreter von Gemeinde, Land und Bund, Förderer und Sponsoren, Vertreter von Verbänden und anderen Einrichtungen sowie ehemalige Mitarbeiter/innen und Bewohner/innen.

Nach einer Begrüßung durch Heimleiter Frank Bracker, in der er einen geschichtlichen Abriss der Einrichtung gab, ergriffen nacheinander 10 Redner das Wort und warfen äußerst kurzweilig aus den verschiedenen Richtungen einen Blick auf die Einrichtung von damals bis heute.

Bürgermeister Georg Rudolf hob hervor, dass er sehr froh darüber sei, dass sich die Einrichtung nicht mehr wie in den Anfängen abschotte, sondern dafür sorge, dass es ein offenes Miteinander gebe.

Staatssekretärin Steensen brachte Grüße des Bildungsministeriums mit und unterstrich die Wichtigkeit der durch das Grundgesetz garantierten freien Schulen. Kreispräsident Meinhard Füllner hob unter anderem die Bedeutung des Begriffs „Seelenpflege“ hervor, der die Achtung gegenüber dem bedürftigen Menschen ausdrücke. Er brachte eine Kreisflagge mit, „damit Sie auch immer wissen, dass Sie zum Kreis Herzogtum Lauenburg gehören“. Frau Hamdorf vom Allgemeinen sozialen Dienst Ratzeburg überbrachte Grüße des Jugendamts Ratzeburg, wo man Haus Arild als wichtigen Partner in der gemeinsamen Erfüllung der Ziele sehe. Das sinnbildliche, wunderschöne Mobile mit drei Schiffen, das sie überreichte, hängt inzwischen in unserem Haupthaus.

Weitere Grüße wurden überbracht durch Herrn Prof. Dr. Wolf Ulrich Klünker, Professor an der Alanus-Hochschule und Vorstand der Turmalin-Stiftung, die Eigentümerin des Areals von Haus Arild ist und zudem auch einen inhaltlichen Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Haus Arild pflegt. Prof. Dr. Klünker überreichte zwei große Rosenpflanzen mit guten Wünschen für die nächsten tausend Jahre und erzählte von der engen Verknüpfung zwischen Therapie und Spiritualität in früheren Kulturen.

Frau Anja Holthusen überbrachte die Glückwünsche von rund 130 Mitgliedseinrichtungen des „Forum Sozial“, Herr Wulff beglückwünschte Haus Arild im Namen des DPWV, der in diesem Jahr ebenfalls 70 Jahre alt wird, und in dem Haus Arild schon seit den frühen 50er Jahren Mitglied ist. Beide, Holthusen und Wulff, berichteten von den großen Herausforderungen der Jugendhilfe in der heutigen Zeit. Wulff fügte hinzu, dass seit über einem Jahr keine Einigung in den Verhandlungen zum Jugendhilfe-Rahmenvertrag zustande komme und wünschte sich auch für Haus Arild, dass sich die öffentliche Seite endlich zu bewegen beginne.

Von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen überbrachte Sabine Wellner die besten Grüße und betonte die gute Zusammenarbeit mit Haus Arild. Die Grüße des Verbands für anthroposophisches Sozialwesen „Anthropoi“ überbrachte Herrn Rudolf (Haus Löwenzahn, Büdelsdorf), der zwei dekorative Kugeln aus Ton mitbrachte, die in einer sozialtherapeutischen Werkstatt hergestellt wurden. Herr Sosnowski kam im Auftrag der Freien Waldorfschule Lübeck und berichtete, dass der inzwischen vielgerühmte heilpädagogische Zweig in Lübeck durch die Hilfe und Unterstützung von Haus Arild überhaupt erst möglich wurde. Herr Sosnowski überreichte einen Apfelbaum.

Umrahmt wurden die Reden durch Beiträge der Schüler, die in beeindruckender Weise Eurythmie sowie Musik mit Leiern, Flöten und Gesang auf und neben der Bühne zeigten, was mit viel Applaus der Gäste quittiert wurde.

Das anschließende Buffet, zu dem die Gäste eingeladen waren, fand in dem Haus statt, in dem 1949 die Arbeit begann: im alten Forsthaus Bliestorfs, dem heutigen Haupthaus.

Abgerundet wurde der Jubiläumsauftakt am Abend mit einem Vortrag von Prof. Dr. Wolf Ulrich Klünker zum Thema „Die Menschlichkeit in der sozialen Arbeit“, zu dem sich knapp 50 Besucher einfanden.

Nicht unerwähnt sollen die weiteren Geschenke bleiben:

Vom Sampo-Hof Bliestorf und der Einrichtung Thorsmörk Rondeshagen wurde eine Geldspende überreicht. Aus der sozialtherapeutischen Einrichtung "Dorf Seewalde" kam ein Korb mit Spezialitäten. Familie Kraft (Baugeschäft Kraft) Rondeshagen schenkte einen großen Korb mit leckerem, selbst gemachtem Knäckebrot, Büro-Partner Westphal überreichte ebenfalls einen Korb mit Köstlichkeiten und die Grafiker und Webseiten-Pfleger Tana Wilde (wildesdesign) und Dirk Schleef (Agentur Schleef), mit denen wir schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten, schenkten und erlesene Pralinen und eine Pflanze (ich habe vergessen zu fragen, was das für eine Pflanze ist. Falls ihr dies also lest...)

Die Feier war der Beginn einer Reihe von weiteren Jubiläums-Veranstaltungen in Haus Arild. Alle Veranstaltungen sind unter www.arildevents.de, unter Aktuelles unter www.haus-arild.de oder auf Nachfrage in Haus Arild zu finden.